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Kochen mit Köpfchen

Lebensmittel die uns von Innen wärmen

Kalte Zehen und eisige Finger – für fröstelnde Naturelle ist der Winter nichts. Aber nicht nur warme Schuhe und dicke Socken helfen Väterchen Frost Einhalt zu gebieten – mit den richtigen Lebensmitteln kann man dem Körper auch von Innen einheizen.

Viele Dinge sind so logisch, dass man manchmal darauf vergisst. Wer auf seinen Körper hört, und auch die Traditionen, der Generationen, die schon lange vor uns gegen kalte Zehen und Finger vorgingen, nicht vergisst, der weiß intuitiv, wie man Kälte aus seinem Körper vertreibt. Gekochtes vor Rohkost und Wintergemüse vor exotischen Früchten wie Ananas und Co., die in Gefilden wachsen, wo sie den Körper kühlen sollen. Im Sommer ist das ja auch bei uns schön und gut. Im Winter dürfen die heimischen Knollen und Wurzeln wieder ran. Denn diese sorgen für einen Energiehaushalt der Klasse A – von der Nasenspitze bis zum kleinen Zeh.

Fleisch oder Bohnen

Fleisch – und zwar heiß angebraten. Das darf und soll in der kalten Jahreszeit auf unsere Teller. Besonders rotes Fleisch hat laut der Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine heiße Wirkung. Ente, Lamm, Wild und Rind sollten also in der Winterkost nicht fehlen. Und schließlich wärmt so ein herrlich von der Flamme geküsstes Steak nicht nur von innen, sondern lässt auch die Mundwinkel nach oben steigen. Dazu noch eine scharfe Chili-Sauce (Chili wirkt ebenfalls wärmend) und schon wettern die innerlichen Flammen erfolgreich gegen die Kälte. Doch auch für alle die kein Fleisch essen, ist ein Kraut, beziehungsweise eine Bohne gegen Kälte gewachsen. Hülsenfrüchte, insbesondere rote Linsen zählen nämlich ebenso zu den wärmenden Lebensmitteln. Schließlich wird einem doch schon bei dem Gedanken an so einen deftigen Linsen-Eintopf ganz warm ums Herz.

Gewürzvielfalt

Im Winter darf es von allem ein bisschen mehr sein. Insbesondere Gewürze verschaffen ein wohlig warmes Gefühl von innen. Ganz vorne auf der Liste der wärmenden Samen und Schoten steht Chili. Diese heizt nicht nur ein, sondern sorgt auch für die feurige Note im Gericht. Weiter geht es mit Ingwer – eine ganz eigene Art von Schärfe, die sich sowohl in Desserts, wie auch in Tees oder pikanten Gerichten gut macht. Abgesehen davon, wirken sowohl Chili als auch Ingwer antibakteriell und machen bösen Schnupfenviren gleich von vorne herein den Garaus. Kardamom, Koriander, Knoblauch, Zimt und wie sie alle heißen – da heißt es nur reinlangen ins Gewürzregal. Denn hier ist die ultimative innerliche Heizung für den Winter versteckt.

Ein Schluck Wein

Da soll noch einer sagen, Wein sei nicht gesund. Und vor Glühwein die Nase rümpfen. Natürlich – die Menge entscheidet über Sinn und Unsinn. Doch in Maßen genossen, ist so ein vorweihnachtlicher Glühwein tatsächlich genau das Richtige für warme Zehen und ein wohliges Bauchgefühl. Denn Rotwein ist wärmend, und das Potpourri an Gewürzen, die Punsch und Co. pimpen, wirkt wie wir wissen auch hitzeanregend. Ein kleiner wärmender Turboboost in der Tasse also, der zusätzlich auch noch in Weihnachtsstimmung versetzt.

Wärmende Lebensmittel Glühwein

Wintergemüse

Genauso wie kühlende Früchte wie Kiwi, Mango und Co. dort wachsen, wo sie meistens in kühlender Mission unterwegs sind, sorgen der hiesige Kohl, Rote Rüben, Rot- und Sauerkraut für eine intakte innere Heizung. Abgesehen davon sind sie wichtige Vitaminlieferanten, im Kampf gegen Schnupfen und Husten. Auch die Zwiebel ist bei den einheizenden Gemüsesorten mit von der Partie. Die Zwiebel – ob als äußerlicher Zwiebellook, oder innerlich angewandt, macht sich im Winter also sowohl als auch mit einem wohlig warmen Bauchgefühl bezahlt. Welches Gemüse vor allem im Winter für den nötigen Vitaminschub sorgt, erfährst du in unserem Artikel „Kein Winterschlaf für Vitamine„.

Isn’t it nuts?

So sagen die Engländer, wenn etwas leicht verrückt ist, so wie das Steinzeiteichhörnchen, das im Film Ice Age seine Nuss mit all seinen Kräften verteidigt. Dabei hat das Eichhörnchen recht. Denn Nüsse sind Top-Einheizer für kalte Wintertage. Allen voran Haselnuss, Walnuss und Maroni. Herrlich auf Weihnachtsgebäck oder auch im dampfenden Zeitungsstanitzel in der Fußgängerzone. Da kommt Freude auf. Und Milz, Niere und Lunge werden zudem mit wichtigen Inhaltsstoffen versorgt.

Wärmende Lebensmittel Maroni

Warm vor kalt

Eine wesentliche Stellschraube am inneren Hitzeregulator ist die Zubereitung. Während im Sommer eher Rohkost auf dem Plan steht, darf im Winter kräftig gebraten, gegrillt und gebacken werden. Ein Salat kann, wenn der Schnee draußen rieselt, mit einer heißen Gemüsesuppe einfach nicht mithalten. Und auch der Lachs macht sich im Winter gegrillt und mit wärmendem Fenchel serviert, besser als auf Sushi-Reis. Und wenn es doch Sushi sein soll, dann reißt einen zumindest die Wasabi-Sauce wieder raus. Denn auch Wasabi ist wärmend, womit die Wärmebilanz also auch hiermit wieder in den grünen Bereich gerettet wäre.

Nina für Tante Fanny (07.12.2016)