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Kochen mit Köpfchen

Küchenutensilien: 9 Dinge, die wirklich keiner braucht

Eierköpfer, Bananenschneider und Co., wir stellen dir 9 Küchenuntensilien vor, auf die du wirklich gut in deiner Küche verzichten kannst.

 

Pfanne, Kochlöffel, Topf. Dann vielleicht noch ein, zwei Teller, Gabel und Messer und die Küche steht. Soweit so gut. Die Realität sieht in manchen Haushalten dann aber meist etwas anders aus. Viele Menschen lieben den Minimalismus, andere können sich beim Küche-Pimpen nicht zurück halten. Dinge landen da im virtuellen oder realen Einkaufwagerl, von denen man noch nie gehört, geschweige denn je daran gedacht hat, sie einmal sein Eigen zu nennen. Aber wir sind ja alle auch nur Menschen und wem geht es nicht manchmal auch so: da sieht man etwas und muss es im gleichen Moment auch haben. Wie konnte man bis jetzt nur ohne Bananenzerteiler überleben?
Ist das aber wirklich immer so, oder gibt es tatsächlich Küchenutensilien, die wirklich niemand braucht? Wir sagen Ja!

 

1. Der Eierköpfer

Unsere Top-Nine der unnötigsten Koch-Helferlein starten mit einem ganz besonderen Modell. Besonders insofern, als dass es viele Menschen tatsächlich in ihrer Küche haben. Die wenigsten aber auch in Benutzung. Die Rede ist vom guten alten Eierköpfer. Die zwei beliebtesten Modelle sind der „Eierschalensollbruchstellenverursacher“, bei dem eine Kugel auf das Ei herabsaust und so dem Ei zum perfekten Bruch hilft, und das Modell „Zigarrenabschneider“, bei dem gleich der ganze Deckel abgeschnitten wird. Interessanter Weise ist dieses Utensil gern auch mal Geschenkidee. Wer verwendet es aber dann wirklich? Eierköpfen gelingt doch fabelhaft auch mit dem Messer! Wie dem auch sei, der Eierköpfer ist nichts für uns. Und wenn wir uns ehrlich sind: auch den meisten Besitzern würde es wohl nicht mal auffallen, wenn der kleine Taugenichts plötzlich aus dem Küchenregal verschwindet.

 

2. Der Erdbeerstrunkentferner

Man kann darüber streiten, ob es tatsächlich ein eigenes Werkzeug dafür braucht, um den Strunk einer Erdbeere zu entfernen. Uns geht diese Liebe zum Rosengewächs dann doch ein Stück zu weit. Der Erdbeerstrunkentferner gibt zwar optisch einiges her, richtig praktisch ist das Gerät aber nicht. Vor allem das Abspülen danach ist eine gefinkelte Angelegenheit. Und erfordert, will man es gründlich machen, mehr Zeit, als den Strunk easy mit dem Messer zu entfernen.

3. Das Fahrrad für die Pizza

Pizzaschneider sind super! Wir empfehlen mindestens einen pro Küche. Er kann nämlich nicht nur für Pizza, sondern alle anderen Teigköstlichkeiten wie Kuchen, Strudel, Flammkuchen, ja sogar zum Brotschneiden verwendet werden – man muss nur wissen wie. ABER es gibt auch hier Modelle, die einfach zu viel des Guten sind. Nicht, dass es nicht super aussieht, mit einem bunten Fahrrad (inklusive Klingel!) über den Teig zu rattern und die Pizza dabei lässig in 8 Teile zu zerfahren. Aber praktisch geht anders. Der Fahrrad-Pizzaroller hat also nichts in der Küche zu suchen! Wer will schon das Basilikum-Blatt aus den Mini-Speichen herauspulen oder die Pedale mühsam vom klebrigen Mozzarella befreien?

 

4. Kochlöffel & Tablet-Stift in einem

Folgendes Küchenutensil ist nicht nur völlig unnötig, mit dem Gadget kann auch so einiges daneben gehen. Der iSpoon ist Kochlöffel an der einen, und Tablet-Stift an der anderen Seite. Gut gemeint, als der ideale Gefährte des Modern Chef ist er aber nicht. Kocht man zum Beispiel gerade seine Weichseln ein, rührt dann brav mit dem Kochlöffel in der Zucker-Frucht-Mischung und will sich danach auf dem Tablet die perfekte Einmachzeit notieren, hat man den Salat. Oder eben ein verklebtes I-Pad. Bringt also gar nichts außer Stress und Ärger. Und nebenbei verbrennen auch noch die Weichseln.

 

5. Der Eigelbtrenner-Fisch

Bei diesem Helfer lehnen wir uns vielleicht etwas aus dem Fenster. Aber wir stehen dennoch zu unserer Entscheidung: es ist überflüssig! Die Rede ist vom Eigelbtrenner in Fischoptik. Zugegeben, es ist ganz witzig, den Fisch dabei zu beobachten, wie er den Dotter verschluckt. Aber tatsächlich ist doch der Weg: Ei am Tellerrand anschlagen, brechen, teilen, ein altbewährter – und nicht die größte Herausforderung. Wie dem auch sei, wir finden, man muss sich zum Eigelbtrennen nicht unbedingt einen Goldfisch anlegen. Der ist nur umständlich zu putzen und landet früher oder später eh nur im Katzenkörberl als Spielgenosse des Vierbeiners.

 

6. Der Apfelschälerautomat

„Jö, wie praktisch“, kommt einem beim Apfelschälerautomaten wahrscheinlich auch nicht in den Sinn. A.) Das Teil ist riesig. Nimmt also wichtigen Stauraum in Anspruch. B.) Das Teil ist schwer. Zumindest die „Guten“ aus Metall oder Aluminium. C.) Und das ist für uns das entscheidende Ausscheidekriterium: Das Teil ist einfach überflüssig. Jeder halbwegs vernünftige Hobbykoch schält den Apfel mit einem ganz normalen Sparschäler. Der ist günstiger, dezenter und schält außer Äpfel auch noch Karotten, Gurken, Rote Rüben oder Kürbis. Sollte trotzdem mal Mangel am Mann sein, hat die gute alte Bohrmaschine immer noch die besten Dienste geleistet: Einfach den Apfel in den Aufsatz stecken, Schäler parat halten und los geht’s. Das ist nicht nur günstiger, sondern punktet auch im Spaßfaktor!

7. Der Spray für die Zitrone

Der Zitronen-Sprayer. Nein, wir meinen nicht den Geruchskompensator für die Toilette. Das Gadget von dem hier die Rede ist, soll die Küchen dieser Welt erobern. Ziel ist es, mit einem Schraubaufsatz, den man direkt auf einer Zitrone montiert, frischen Zitronensaft auf das gewünschte Zielobjekt zu sprühen. Was so einfach auch ohne ginge, ist mit dem Zitronen-Sprayer natürlich ganz witzig. Funktioniert aber nur bei überüberreifen Zitronen und die Quantität an Saftkonzentrat lässt auch zu Wünschen übrig. Spätestens nach dem vierten Mal Drücken, ist das Obst „leer gepresst“ und die eigene Geduld am Ende.

 

8. Der Bananenschneider

MacGyver war an der Erfindung des Bananenschneiders wohl eher nicht beteiligt. Wer hat denn tatsächlich schon mal gedacht „Wie fein wäre es doch, wenn ich meine Müsli-Banane mit einem praktischen Bananenschneider zerlegen könnte“? Richtig, niemand. Das leicht gekrümmte Küchengerät platziert man auf dem Obst. Die Rillen verursachen dann, dass sich die Frucht beim Hinabdrücken in 15 gleich große Scheiben zerteilt. Für Mathematiker und Ordnungs-Fetischisten vielleicht cool. Für den Otto-Normalverbraucher aber nicht. Schwierig wird es nämlich vor allem dann, wenn die Banane nicht nach links, sondern nach rechts gekrümmt ist. ;)

 

9. Der Granatapfel-Entkerner

Wir bleiben beim Obst. Kommen aber zu einem anspruchsvolleren Kaliber: dem Granatapfel. Zugegeben, das Entkernen kann (wenn man nicht weiß wie es geht) schon ganz schön knifflig sein. Aber braucht man wirklich einen Granatapfel-Entkerner dazu? Die halbe Frucht setzt man in das kleine Kunststoffbehältnis mit integriertem Sieb. Dann klopft man mit einem Löffel auf den Deckel, schon purzeln die Kerne in das dafür vorgesehene Behältnis. Jeder Kern ist dann in etwa einen Euro wert. Günstiger geht es auch ohne Silikon-Hokuspokus. Einfach die Granatapfelhälfte in eine Schüssel legen, von hinten auf die Schale klopfen und schon regnet es rote Kerne oder ohne Sauerei einfach in einer Schüssel Wasser zerteilen.

 

Wir können also festhalten: Trotz aller Originalität und gutem Willen, die Küche sollte auch in Zukunft lieber ohne unnötige Accessoires auskommen. Spielzeug ist hier Fehl am Platz und macht vor allem aus dem Laien keinen Haubenkoch. Wir bleiben bei den Basics und investieren lieber in frische Zutaten und guten Wein!

 

Robert für Tante Fanny (12.01.2017)