Textgröße:
Minus icon
zurücksetzen
Plus icon

Kochen mit Köpfchen

Geballte Vitamine in herbstlichen Tönen

Die Blätter färben sich rot, die Kürbisse orange. Es ist Herbst und gleichzeitig läuten die bunten Herbstboten die Hochsaison für das beliebte Wintergemüse ein. Dabei hat sich die Natur etwas gedacht: Denn die mehr als 400 Sorten liefern wichtige Nährstoffe und Vitamine, die uns gesund durch den Winter bringen.

Damit die bunten Kürbisse aber auch in verarbeiteter Form mit ihrem geballten Vitaminaufkommen, gewohnt gut schmecken und fit machen, gilt es ein paar Dinge zu beachten. So läuft alles rund und das Herbstgemüse hält die wichtigen Nährstoffe nicht unter seiner harten Schale versteckt.

Herbstliche Kürbissonne am Teller

1.    Süß, pikant, gekocht, püriert, gebraten, überbacken oder eingelegt: Der Kürbis ist der Adabei der Herbstküche und bringt dabei noch eine ganze Palette an Mineralstoffen, wie Kalzium, Phosphor und Eisen mit. Kalium ist besonders prominent vertreten. Dieses ist wichtig für den Flüssigkeitshaushalt im Körper. Und das alles liefert der Kürbis bei rekordverdächtig wenig Kalorien.

Kürbisse_Arten

2.    Die nächste gute Nachricht: Die vielen Mineralstoffe und Vitamine, darunter vor allem Beta-Carotin, als Vorstufe des Vitamins A machen so einiges mit in der Verarbeitung ohne Reißaus zu nehmen. Schonend dünsten oder bei niedriger Temperatur backen. Hier bleiben die meisten Nährstoffe erhalten. Wer den Kürbis kocht, sollte das Wasser weiter verwenden. Denn viele Vitamine lösen sich beim Kochen vom Kürbis. Verwendet man das Wasser weiter, wie bei der Suppe, so wird aus gelösten Vitaminen und Nährstoffen wieder eine geschmacklich runde, bekömmliche Angelegenheit für den Suppenteller.

3.    Vorbereitung ist das halbe Leben: Daher sollte man schon beim Marktstand genau wissen, worauf man beim vitaminreichen Kürbiskauf achten sollte. Einmal auf den runden Herbstboten geklopft und man hat Gewissheit: Gibt der Kürbis ein hohles Geräusch von sich ist er reif. Ein weiteres wichtiges Indiz ist der verholzte Stielansatz. Denn auch daran erkennt man reife Vertreter der kürbisartigen Gewächse.

4.    Hat man am Marktplatz alles richtig gemacht, sind einem die Vitamine für viele Monate sicher. Denn das ist eine weitere gute Eigenschaft dieses Gemüses: Nicht nur in der Verarbeitung zeigt sich der sonnige Herbstbote unkompliziert. Auch bei der Lagerung genügt ihm ein trockenes, dunkles Plätzchen mit einer Temperatur von 10 bis 14 Grad Celsius um dort ohne Nährstoffeinbußen friedlich für bis zu sechs Monate zu rasten. Wichtig ist nur, dass das Gemüse komplett unbeschadet ist, so dass keine Bakterien und Co. den Kürbis bei der Ruhe stören. Ist er einmal angeschnitten, sollte man ihn nach etwa vier Tagen im Kühlschrank verbraucht haben.

5.    Doch so mancher Kürbis lässt einen glauben, dass es niemals zur Lagerung oder gar Verarbeitung kommen kann. Nämlich dann, wenn man versucht die Außenschicht zu durchbrechen. Schließlich trifft harte Schale, weicher Kern auf das harte Herbstgemüse zum Teil noch besser zu, als auf den Menschen. Zum Glück hat man aber auch dafür eine Lösung gefunden. Vitaminschonend versteht sich. Trick 17 die Erste, ist den Kürbis aus etwa einem Meter Höhe auf den Boden fallen zu lassen. Sprungstellen entstehen. An diesen kann man in Folge mit einem scharfen gezackten Messer ansetzen.

6.    Wenn dieser Trick nicht funktionieren will, geht man dem Kürbis mit Hitze an die harte Schale. Trick 17, die Zweite funktioniert wie folgt: Den Kürbis für dreißig bis vierzig Minuten bei einer Temperatur von 150 Grad Celsius in den Backofen legen. Danach wieder abkühlen lassen und die harte Schale des vitaminträchtigen Dickkopfs ist Geschichte. Schälen und teilen geht leicht von der Hand.

IMG_0583_Beitrag

7.    Das sind allesamt Schritte, die bei der Jagd nach gemüsigen, geschmackvollen Herbst- und Wintervitaminen gesetzt werden müssen. Immerhin: Der aus Japan stammende Hokkaido-Kürbis erspart einem das Schälen. Denn seine Schale kann mitgegessen werden. Anders als bei anderen beliebten Sorten, wie dem Butternuss- oder Muskatkürbis. Aber auch hier ist die Schale unter Anwendung von Trick 17 und der Zuhilfenahme eines scharfen Messers rasch entfernt und der Kürbis auf direktem Weg zum herrlichen Vitaminbringer, der Magen und Seele wärmt, während der Wind draußen um die Hausecken pfeift.

8.    Zusätzlich bieten Kürbisse eine geballte Ladung an Antioxidantien und wichtigen Nährstoffen, die nicht nur schmecken, sondern obendrein noch schlank machen. Denn 100 Gramm Kürbis haben im Schnitt nur rund 40 Kalorien. Das macht Laune und mit gutem Gewissen satt. Welchen Kürbis man hier einer Temperaturkur unterzieht, obliegt ganz dem persönlichen Geschmack. Muskatkürbis hat, wie der Name schon verrät eine leichte Muskatnote, Butternuss in seiner birnigen Form ein mürberes Fruchtfleisch. Hokkaido ist fruchtiger und mit einem besonders hohen Anteil an Beta Carotin ausgestattet.

9.    Die Möglichkeiten in Kürbisart und Zubereitung sind so vielfältig wie die Blätter die zu dieser Jahreszeit vom Baum fallen. Unendlich: Kürbissuppe mit knackigen Blätterteigschnecken, Tarte oder Strudel. Oder pur mit etwas Meersalz verfeinert, nachdem man beispielsweise zentimetergroße Stücke Hokkaido-Kürbis in Gesellschaft von etwas Knoblauch bei 180 Grad Celsius für 20 Minuten im Backofen schmoren hat lassen. Das Ergebnis ist jedenfalls, und das schon seit den Azteken das Gleiche: Nämlich, das wohlig, wärmende Gefühl von vitaminreicher Herbstsonne im Inneren. Ganz so, als ob sie aus einem heraus schiene.

Nina Maduixa für Tante Fanny (05.10.2015)

Tags für diesen Artikel