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Kochen mit Köpfchen

Foodtrip nach New York City

Der Big Apple: Eine Stadt, die schon heißt wie ein Lebensmittel kann man sich nur schmecken lassen. Und auch Frank Sinatra hat der Metropole nicht ohne Grund gleich eine ganze Hymne gewidmet. Ein Way durch die New Yorker Straßen, der die Mundwinkel aufgeregt zucken und Foodieherzen höher schlagen lässt.

In einer Stadt, die niemals schläft geht es natürlich auch foodtechnisch zur Sache. Die Auswahl ist riesig und die Highlights so gesetzt, dass auch wirklich jeder Gaumen glücklich wird: Vom Hot Dog Klassiker bis zum Fine Dining.

Ein runder Start in den Tag

Da wäre zum einen einmal das Frühstück: Wie man weiß eine sehr wichtige Mahlzeit am Tag. Schon überhaupt wenn man einen Foodtrip durch Manhattan hinzulegen gedenkt. Wer einen echten Klassiker New Yorks, und einen der größten Foodhypes der letzten Jahre persönlich erleben und verkosten möchte, für den beginnt der Tag auch schon recht früh und zwar vor Dominique Ansels Bakery in der Spring Street. Um acht sperrt die Bäckerei auf. Im Sortiment führt sie ein essbares Objekt der Begierde: den Cronut. Jeder darf maximal zwei Stück mitnehmen, und wer eines der begehrten runden Dinger ergattern möchte, der findet sich am besten schon gegen sieben Uhr vor der Bakery ein. Diejenigen, die die Mischung aus Croissant und Donut, in Fett herausgebacken, schon einmal probiert haben, schwören darauf. Und der gebürtige Franzose hat damit Frankreich und die USA in einem Dessert vermählt. Eine Ehe, die durch einen geschmackvollen Ring besiegelt ist.

Cronuts New York City Querkochen

Die Österreicher erobern New York

Etwas gesättelter geht es da im Bâtard zu – ausgerechnet ein Österreicher wurde zum Liebling der New Yorker Food-Society erklärt: Markus Glocker, gebürtiger Oberösterreicher, der sich zuvor im Restaurant Gordon Ramsay at the London in die Herzen der New Yorker kochte. Im Bâtard macht er jetzt sein eigenes Ding. Und das kommt als „Octopus Pastrami“ oder „Madai Crudo mit Kren“ mitunter ziemlich großartig aus der Küche.

Generell scheint New York ein gutes Pflaster für österreichische Expats zu sein: Will man sich ein feines Gläschen Wein gönnen, so stattet man am besten Aldo Sohm in seiner Sohm Bar einen Besuch ab. Denn der gebürtige Tiroler und Headsommelier des 3-Sternerestaurants Le Bernardin weiß schließlich was gut ist.

Zum finalen Drink eines ersten gelungenen Foodieabends geht es schließlich ins Sanatorium – eine Kultbar von Albert Trummer, der Manhattan schon seit einigen Jahren anständig aufmischt. Sechs Jahre ist es her, dass er verhaftet wurde, weil er in seiner Bar namens Apotheke Cocktails in Brand setzte. Jetzt feiert er im Sanatorium sein Comeback, in der Krankenhaus-Tools in die Cocktailmixerei einfließen. Allerdings erfolgt die Behandlung hier nicht intravenös – sondern wird einem mit Strohhalm sowie aus edlen Reagenzgläsern verabreicht. Ansonsten würde man das gefinkelte Zusammenspiel der Aromen bei Cocktails wie „Waiting Room“ aus Tequila und Habanero Elixier und Co. ja verpassen.

Fisch aus der ehemaligen Oreo-Keks-Fabrik

Zwischen den vielen Märkten und Food-Märkten New Yorks gilt der Chelsea-Market als heißer Geheimtipp. Im hippen Meatpacking District gelegen, statten Fans von Oreo-Keksen damit zugleich der Geburtsstätte ihres süßen Lieblings einen Besuch ab. Denn diese Mauern in Chelsea beherbergten zuvor die Keksfabrik in der die berühmten Oreo-Kekse angeblich erfunden wurden. Heute gibt es hier frisches Brot, Fisch und Cupcakes zum Bestaunen und Kosten. Kekse gibt es immer noch – und zwar herrliche in der Bäckerei Sarabeth’s. Von Foodies für besonders empfehlenswert erachtet. Und für den größeren Hunger sollte man hier unbedingt die „Pumpin Waffle“ probieren.

Freiluft-Kino in Manhattan

Recht hat, wer sich jetzt denkt – es ist aber auch einmal an der Zeit sich an der frischen Luft aufzuhalten. Also schnell eines der legendären Pastrami-Sandwiches bei Katz‘s gecheckt und ab in den Bryant Park. Wer sich zwischen Juni und Ende August in New York ein Stelldichein gibt, der bekommt beim HBO Filmfestival auch noch einen gratis Freiluft-Kino-Abend geboten. Immer montags zeigen die Filmstudios hier Klassiker von Casablanca bis Footloose. Mit Pastrami-Sandwich inmitten von New Yorkern im Gras sitzen und Rick dabei zusehen, wie er seiner Angetrauten Ingrid Bergmann „in die Augen sieht“. Ein Montagabend ist auch schon einmal unspektakulärer ausgefallen.

Street Art

Kunst ist aber auch die einfachsten Dinge in Perfektion zuzubereiten. So wie es zahlreiche Besitzer der Unmengen an New Yorker Hot Dog Trucks beherrschen. Sich dort einen schnellen und auch preisgünstigen Lunch zu sichern ist nämlich nicht nur im Film gang und gäbe, sondern gelebter New Yorker Alltag. Also nur Mut: Und ab zum nächsten metallenen Wagen am Eck – und einmal Hot Dog mit allem ordern.

Natürlich mischen auch Gesellschaft und Umfeld gehörig bei einer gelungenen Foodie-Erfahrung mit. Warum also den Hot Dog nicht bei einem Spiel der legendären Knicks essen und dazu mit der anderen Hand mit einem übergroßen Knicks-Finger mit der Menge mitjohlen?

Hot Dog New York Querkochen

Das günstigste Sternerestaurant der Welt

Danach könnte es ja dann immer noch zum veritablen Dining oder auch Lunch gehen. Beispielsweise bei Tim Ho Wan. Die seit kurzen eröffnete amerikanische Dependance der Legende in Hong Kong. Hier hält Tim Ho Wan einen Stern. In New York gehen Buns und Dim Sum für etwa fünf Dollar über den Tresen, von dem Foodies schwören, sie würden Leben verändern. Allerdings sollte man sich auf eine noch längere Warteschlange als bei Dominique Ansel und seinen Cronuts einstellen. Schließlich wissen auch die New Yorker was gut ist und stürmen seit der Eröffnung letzen Winter den Laden.

Ein gefinkelter Foodie-Trick wäre natürlich, hier in der Schlange zumindest die zwei Cronuts vom Morgen als Stärkung noch eingepackt und aufgehoben zu haben. Aber auch sonst: Der erste Biss in heiß gedünstetes Dim Sum… Und alle Wartezeit der Welt ist nur noch Schall und Rauch.

Nina für Tante Fanny (29.03.2017)

Die wichtigsten Adressen auf einen Blick

FOOD & DRINK

Dominique Ansel Bakery
189 Spring St, New York, NY 10012
www.dominiqueansel.com

Bâtard
239 W Broadway, New York, NY 10013
www.batardtribeca.com

Aldo Sohm Wine Bar
151 West 51st Street, New York, NY 10019
www.aldosohmwinebar.com

Sanatorium
14 Avenue C (East Second Street), New York 10009
www.sanatoriumnyc.com

Katz’s
205 E Houston St, New York, NY 10002
www.katzsdelicatessen.com

Tim Ho Wan
85 4th Ave., New York, NY 10003
www.timhowanusa.com

 

PARKS & MARKETS

Eleven Madison Park
Metropolitan Life North Building, 11 Madison Ave, New York, NY 10010
www.elevenmadisonpark.com

Chelsea Market
75 9th Avenue (Between 15th and 16 Street), New York, NY 10011
www.chelseamarket.com