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Kochen mit Köpfchen

Foodtrip nach Kopenhagen

Nicht erst seit dem noma, einem der besten Restaurants der Welt, das die ganze Kulinarik-Welt in den Kopenhagener Hafen lockt, ist die Stadt am Meer ein Hot Spot für Foodies. Auch abseits des noma brodelt die Nordic Food Szene. Eine kleine Schlemmertour durch die Stadt.

Bevor es ans Restaurant-Hopping geht, stellt sich aber zuerst einmal die Frage: Wie komme ich von Restaurant A zu Bar B? Und hier heißt es von Insidern einstimmig: mit dem Fahrrad. Denn auch wenn Amsterdam das Image der ultimativen Radlerstadt gebucht hat – in Kopenhagen steht man dem um nichts nach.

Also ab in den Fahrradverleih, um dann über die Kopfsteinpflaster der Altstadt zum ersten Foodie-Hot-Spot hoppeln. So könnte man die Tour beispielsweise im „Kompasset“ starten. In Nyhavn gelegen. Früher war hier der zentrale Hafen der Stadt. Jetzt wird im heimeligen Hafenhäuschen, im „Kompasset“ typisch dänisches Smørrebrød serviert. Und keine Angst, das ist kein Knäckebrot, wie man immer wieder fälschlicherweise annimmt, sondern belegtes Schwarzbrot. Küchenchefin Thilde Gilling serviert den hungrigen Radlern hier Smørrebrød mit klassischen Hønsesalat über Fisch und bis hin zum Steak Tartar. Zum Runterspülen gibt es verschiedenste regionale Craft Biere.

Ein Garten im Haus

So wie zum Beispiel ins „Väkst“ – ein Gartenrestaurant in der Altstadt von Kopenhagen, dem das Wetter schlichtweg egal ist. Denn der Garten ist drinnen. Genauer gesagt ist Väkst ein Gewächshaus, das sich über zwei Stöcke erstreckt, in dem man sich fühlt wie ein Gast einer exklusiven Gartenparty. Die Schaukeln tragen ihren Teil zum entspannten Verweilen mit „Schweinebäckchen mit Sellerie, Haselnüssen und Kren“ oder „Bio-Rote Rübe mit Schwarzer Johannisbeere und geräuchertem Käse“ bei.

Aber Achtung – es heißt noch ein wenig Platz im Bauch aufzusparen, oder die Gastro-Tour auf mehrere Tage aufzuteilen. Das ist natürlich auch eine Option. Denn auch das Kopenhagen 108 sollte man sich nicht entgehen lassen. Hier zeigen René Redzepi, Executive Chef des „noma“ und sein Kollege Kristian Baumann, was die Dänische Küche alles kann. Oder noch genauer gesagt: die Kopenhagener Küche. Komplett entspannt. Regionalität ist hier natürlich ein Muss – und zwar von der Zusammenarbeit mit umliegenden Produzenten bis hin zur Herkunft der Tische, Sessel und sogar Servietten. Gegessen wird wie man will: Vom 10-Gänge-Dinner, das am Tisch mit Feinheiten wie „Geschmortem Ochsenschwanz“ oder „Karamellisierter Milchhaut mit gegrilltem Schweinebauch und Kresse“ natürlich brüderlich aufgeteilt wird, bis hin zu einzelnen À-la-Carte-Bestellungen ist alles möglich.

Süße Belohnung

Natürlich sollte man auch nicht vergessen noch eines der berühmten Kopenhagener Gebäcke zu probieren. Plunder in allen Formen – international bekannt als „Danish Pastry“ und in Dänemark als Wienerbrød, also Wiener Brot betitelt. Der Legende nach brachten nämlich Wiener Gast-Bäcker-Arbeiter die feine Teigware nach Dänemark, nachdem die dänischen Gesellen sich mit ihren Meistern im Streik befanden. In den mehr als hundert Jahren die das her ist, ist das Kopenhagener Gebäck zu einer eigenständigen dänischen Delikatesse avanciert. Mit Wiener Wurzeln, und dänischer Seele – aus Marzipan, Rosinen oder sonstigen süßen Nuss-, Vanille- und Schokofüllungen. Oder auch mit Obst wie Himbeeren oder auch Zwetschken.

Foodtrip nach Kopenhagen Plundergebäck

Bistro-noma

Wenn man dann noch immer Hunger hat, könnte man dann ja doch noch einen Abstecher ins „Radio“ wagen. Einer Art Bistro-Version des noma, gegründet von Claus Meyer, Gastronomie-Konzept-Guru und Teilhaber des berühmten nomas. New Nordic Cuisine schreibt man sich auch hier in Frederiksberg auf die Fahnen. Alles regional und im Fall des „Radio“ auch hauptsächlich vegetarisch. Hier spielt das Gemüse vom Feld unweit der Stadt die Hauptrolle.

Verdauungsspaziergang

Jetzt heißt es dann aber einmal absteigen vom flotten Drahtesel und vielleicht zur Verdauung der vielen feinen dänischen Snacks einmal ein wenig flanieren. So wie beispielsweise in Christiania, zwischen bunten Hausfassaden und Räucherstäbchenduft. Hippies haben diese Freistadt 1971 gegründet und halten auch heute noch fest an der Vorstellung fest, dass die Ära der 70s noch lange nicht vorbei ist. Und das ist wirklich schön anzuschauen. Ebenso wie das Vesterbro-Viertel. Das frühere Rotlicht-Eck der Stadt hat es sogar auf Platz vier der weltweit ultimativen Hippster-Plätze überhaupt geschafft.

Um aber beim Thema zu bleiben – wunderbar flaniert es sich natürlich auch zwischen diversen Food-Trucks und Ständen, die das Foodie Image der Stadt noch einmal so richtig unterstreichen. Auch hier wird Nachhaltigkeit, organisch und natürlich selbstgemacht großgeschrieben. Ganz gleich ob man die Probiermeile zwischen Trucks in „Papirøen“ entlang spaziert, oder doch in der Halle, nämlich der „Torvehallerne“ theoretisch bei mehr als 60 Ständen kulinarisch schmökert. Der Neuzugang unter den Food Markets ist der „Kødbyens Mad & Marked“ im Meatpacking District von Kopenhagen. Dieser ist samstags und sonntags geöffnet.

Foodtrip nach Kopenhagen Market Querkochen

Der Sonne entgegen

Den optimalen Sundowner, wie es sich gehört, mit einem feinen Glas Orange Wine (die Natural Wine Szene in Dänemark boomt) in der Hand, liefert das „Toldbod“. Eine kleine, feine Café-Restaurant-Barkombination gleich in der Nähe der Kleinen Meerjungfrau und trotzdem kein Touristenspot. Fast wie im Märchen nicht? Für hartgesottenere Getränkefans, wobei man auch hier natürlich ein gepflegtes Glas Wein oder einen Tee bestellen kann gibt es in „Lidkjøb“, einer Whiskey Bar am Dach einer ehemaligen Chemiefabrik.

Von hier oben lassen sich die Routen, die man mit dem Rad abgefahren ist, gedanklich aber auch durch die Aussicht noch einmal Revue passieren. Und vielleicht startet man den Drahtesel dann ja doch noch einmal, um bei den Fischern am Københavns Fiskemarked vorbei zu schauen, die die Foodie Szene in Kopenhagen von der Fischmarkt-Insel an der Hafenpromenade Nyhavn aus, mit frischem Seafood versorgen.

Nina für Tante Fanny (27.01.2017)

Die wichtigsten Adressen auf einen Blick

RESTAURANTS & BARS

Kompasset
Nyhavn 65, 1051 København
www.restaurantkompasset.dk

Väkst
Sankt Peders Stræde 34, 1453 København
www.hostvakst.dk

noma
Strandgade 93, 1401 København
www.noma.dk

Kopenhagen 108
108 Strandgade, 1401 København
www.108.dk

Radio
Julius Thomsens Gade 12, 1632 København
www.restaurantradio.dk

Københavns Toldbod
Nordre Toldbod 18-24, 1259 København
www.toldboden.com

Lidkjøb
Vesterbrogade 72B, 1620 København
www.lidkoeb.dk

FOOD MARKETS

Papirøen
Transgrasvej 14, København
www.copenhagenstreetfood.dk

Torvehallerne
Frederiksborggade 21, 1360 København
www.torvehallernekbh.dk

Kødbyens Mad & Marked
Flaesketorvet, 1711 København
www.koedbyensmadogmarked.dk

Københavns Fiskemarked
Kattegatvej 61, 2100 København