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Kochen mit Köpfchen

Essen & Musik

Beides ist Seelennahrung und Quelle der Inspiration. Das beweisen Lieder von Strawberry Fields der Beatles über Banana Pancakes von Jack Johnson. Aber auch umgekehrt: Die richtige Musik im Restaurant ist essenziell. Nicht von ungefähr. Schließlich greifen Essen und Musik eng ineinander, wenn es darum geht die Seele direkt anzusprechen.

Die Beziehung zwischen Essen und Musik ist uralt – nimmt man gar noch Getränke mit auf in die Liste, so wären einige vertonte Genialitäten der Rolling Stones bis hin zu Beethoven (Bezahlung in Wein war zu diesen Zeiten usus) wohl nie entstanden.

Das spiegelt sich bis heute in der Musik wieder: Lieder die dem Essen gewidmet sind gibt es en masse. Weil: Essen bewegt. Ist emotional. Essen kann uns an einen bestimmten Ort in eine bestimmte Erinnerung zurückversetzen, wie es sonst nur Musik fertig bringt. Unsere eigene kleine Zeitmaschine. Ein Song aus den Tagen in der Jugenddisko und schon ist man wieder 16. Genauso wie ein Schweinsbraten der schmeckt wie der von Oma zu Volksschulzeiten, die Zeit am Mittagstisch mit Mitte dreißig schnell einmal für einen Moment anhalten kann.

Nicht umsonst sangen STS schon „Überdosis G’fühl“ – Das Herz ist gefragt. Beim Essen und bei der Musik. Köche, die Gerichte vertonen gibt es zwar weniger als Musiker, die in ihren Titeln wie Cherry Pie von Tahiti 80 und Käsebrot von Helge Schneider ihren Lieblingsspeisen huldigen, aber auch das geht.

Essen und Musik Pianobar

Doch auch am Anfang der gastronomischen Fahnenstange, mit Musik als Ambiente-Gestalter ist sie essenziell: Die richtige Musikauswahl im Restaurant. Denn wer die Musikauswahl in seinen Restaurant oder Café nicht richtig trifft, zerschießt damit jedes noch so gute Gericht. Wobei es hier natürlich nicht einen sondern gleich viele Regler korrekt einzustellen gilt: Musik, die hörbar aber nicht dominierend ist, soll es sein. Anschreien will man sich im Restaurant schließlich auch nicht. Und auch das Personal ist ungleich motivierter, wenn es nicht jeden Tag fünfmal dasselbe Band durchhört. Der Ton soll zum Konzept passen, zum Klientel und die Lautstärke zur Tageszeit, sowie zur Anzahl der anwesenden Gäste.

Alles nicht so einfach – wobei in Zeiten von Spotify und Co. jedenfalls leichter handhabbar als noch vor ein paar Jahren. Trotzdem gestaltet die Playlist eines dieser Online-Musikportale natürlich nur den Anfang der weiten Welt von Essen und Musik in der Gastronomie darstellt. Im Restaurant Charlie Bird in Manhattan, NY stellt Bartender Charlie Reyes Playlists zu Themenabenden zusammen, die dann beispielsweise als „Chicken und Barolo“ in die Musik-und-Food-Geschichte eingehen. Evan Turner spielt in seinem Lokal „Helen Greek Food and Wine“ in Texas am liebsten Musik mit Beats zwischen 80 und 110 Beats pro Minute. Für ihn ist das der richtige Rhythmus zum Essen.

Und beim Unternehmen „Audio Culture“ in New York hat man überhaupt ein Geschäft daraus gemacht, Gastronomiebetriebe in der Musikauswahl zu beraten. Denn das ist wichtiger als viele meinen – Ist der Beat zu schnell sind die Gäste gestresst. Ist sie zu langsam, sinkt nicht nur das Esstempo sondern auch die Euphorie.
Und dabei wollen das ja Musik und Essen gleichermaßen: Emotionen wecken. Berühren. Die Seele ansprechen. Und zwar von „The Roots“ mit „Bread and Butter“ bis hin zu Elvis Presley und seinem Lied „Crawfish“.

Essen und Musik Liveband

Josep Roca, Chefsommelier in einem der besten Restaurants der Welt, dem El Celler de Can Roca sieht die Verbindung zwischen Musik und Wein schon seit Jahren sehr verwandt zueinander. Seine Verkostungen in denen Wein zu der laut Roca passenden Musik verkostet werden sind legendär. Und emotional. In doppelter Ausführung. In Wein und Ton. Essen ist Erlebnis. Musik ist Erlebnis. Beide lassen, richtig eingesetzt das Herz tanzen. Jedes Molekül bewegt sich – auf der Suche nach Erinnerung, oder dem Vergessen genau dieser, wie sie UB 40 mit Red Wine besingen.

Ein Hard Rock Cafe ohne Rockmusik ist ja auch eine komische Vorstellung oder? Weil Musik und Essen nun einmal zusammen gehören. Das können schon Verdi, Mozart und Co. alle bestätigen, die in ihren Stücken zahlreiche kulinarische Verweise bemühen. Und auch „The Verve“ wären ohne ihre „Bitter Sweet Symphony“ ebenso wenig glücklich geworden, wie Doris Day ohne ihre „Tacos, Enchiladas and Beans“.

Food Vibes zum Anhören

Und weil wir jetzt richtig neugierig waren auf die Vielfalt an Musik über so manche Gaumenfreuden, haben wir für euch gleich mal eine Spotify-Playlist (für Spotify-Nutzer) zum Reinhören zusammengestellt. Viel Spaß!

 

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann schau doch mal zu Teil 1 und Teil 3 unserer „Essen & …“-Serie:

– Essen & Mode
– Essen & Film

Nina für Tante Fanny (05.10.2016)