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Kochen mit Köpfchen

Essen & Bücher

Draußen braust der kalte Wind, doch zum Glück wartet in der warmen Stube die flauschige Kuscheldecke auf uns, um einmal einen Gang zurück zu schalten. Und wir alle lieben Essen. Also warum sollte nicht auch die winterliche Lektüre zu unserer Vorliebe passen. Hier eine kleine Auswahl an geschmackvollen Büchern.

Der Koch, Martin Suter

Maravan ist eigentlich ein großartiger Koch. Als Asylwerber aus Sri Lanka in Zürich gestrandet, arbeitet er aber als Abwäscher in einem gehobenen Restaurant. Bis seine Kollegin Andrea sein Talent erkennt und sie gemeinsam beginnen, erotische Liebesdinner anzubieten. Denn Maravans Küche schmeckt nicht nur, sie verzaubert regelrecht. Ein sehr schöner Roman über die Liebe zum Essen und Kochen sowie die Liebe selbst.

Die Teufelsfrucht, Tom Hillenbrand

Teufelsfrucht_coverXavier Kieffer hat die Nase voll von der Sterneküche. Daher betreibt der ehemalige hochdotierte Sternekoch jetzt in der Luxemburger Unterstadt ein kleines, legeres Lokal. Der Alltag verläuft ruhig. Xavier Kieffer ist zufrieden. Bis eines Tages ein renommierter Gastrokritiker in seinem Restaurant tot zusammen bricht. Kieffer steht unter Mordverdacht.

Als dann auch noch sein ehemaliger Lehrherr spurlos verschwindet, beschließt der ehemalige Sternekoch auf eigene Faust zu ermitteln. Die Suche führt ihn bis zu einer mysteriösen Frucht, für die manche anscheinend bereit sind über Leichen zu gehen…

 

Bruno Chef de Police, Martin Walker

Im französischen Perigord geht es mörderisch zu. Autor Martin Walker unternimmt mit seinem Inspektor Bruno abenteuerliche Aufklärungsfälle in einer der feinkostaffinsten Regionen der Welt. Dazu ist Inspector Bruno auch noch leidenschaftlicher Koch. Daher fließt auch die französische Küche mit all ihren Kniffen in die Mordaufklärungen mit ein. Martin Walkers Bücher sind schon nahezu Klassiker der geschmackvollen Krimis – in bisher sechs Teilen von „Grand Cru“ bis hin zu „Schwarzen Diamanten“, – die zu Lese-Lust auch Appetit auf Trüffel, Wein, Käse und Co. machen.

Alles, was bleibt, Annette Hohberg

Leo und Gesine führen eine glückliche Ehe. Bis Leo, Gesine eines Tages gesteht, dass er sich in eine andere Frau verliebt hat. Gesine steht vor den Scherben ihrer Ehe und tut das, was sie seit jeher am meisten mit Leo verbunden hat: Sie kocht. Sie reist in das gemeinsame Haus in die Normandie, im Gepäck 17 Fotos, die die Geschichte ihrer Liebe erzählen. In Frankreich findet Gesine zu sich selbst, kocht beginnt plötzlich die Beziehung aus einer anderen Perspektive zu sehen und beginnt Brüche zu erkennen. Das führt sie zu einer folgenschweren Entscheidung…

Die Giftköchin, Arto Paasilinna

Die Offizierswitwe Linnea Ravaska genießt ihre Rente in einem kleinen Häuschen etwas außerhalb von Helsinki gelegen. Sogar eine Sauna hat sie sich gebaut, in die sie sich an kalten Tagen gerne hineinsetzt. Sie hat viel gesehen in ihrem Leben und genießt nun die Ruhe. Wenn nur nicht ihr misratener Neffe Kauko wäre.

Jedes Monat, wenn Linnea zur Bank geht, um ihre Rente abzuholen lauert er ihr auf, um der armen Witwe einen Großteil davon abzuknöpfen. Diesmal hat Kauko sogar zwei seiner kriminellen Freunde mitgebracht. Sie schlagen Linnea, zerstören die Sauna und trachten der armen sogar nach dem Leben. Linnea ergreift die Flucht zu ihrem Freund, dem Arzt. Dort findet sie allerhand Tränke und Tinkturen, um sich gegen die drei Gauner zur Wehr zur setzen. Humor, schwarz wie Powidl.

Der Duft von Schokolade, Ewald Arenz

derduftvonschokolade_coverDie Donaumonarchie im ausgehenden 19. Jahrhundert: Gräfin Palffy ist ebenso wie viele ihrer Genossinnen gelangweilt vom Adel, all dem Prunk und Reichtum. Eine Affäre mit Leutnant Liebeskind bringt wieder etwas Spannung in ihr Leben.

Schon überhaupt als der junge Leutnant ausgemustert und von der Akademie verstoßen, beginnt Konfektmischungen zu kreieren, die nicht nur Gräfin Palffy unwiderstehlich findet.

 

Koriandergrün und Safranrot, Preethi Nair

Ingwer für die Seele und Mango für die Träume: Nalini ist in ihrem indischen Heimatdorf berühmt für ihre Gerichte, die die Seele berühren. Mit ihrem Mann Raul und ihren beiden Kindern zieht sie alsbald nach London, wo sie Raul prompt sitzen lässt und Nalini ihre Familie alleine durchbringen muss. Zum Glück spricht sich die Kunde von Nalinis bezaubernder Küche bald herum und es geht bergauf – bis Raul wieder in ihr Leben tritt. Ein feinsinniger Roman über die Liebe und das Essen – herrlich fürs unter die Sofadecke kuscheln.

Kitchen Confidential, Anthony Bourdain

Wer wissen will, wie es wirklich hinter den Küchentüren der Top-Gastronomie zugeht, dem gibt Koch und Autor Anthony Bourdain einen schonungslosen und grandios lustigen Einblick hinter die Kulissen der Gastronomie. Noch niemand zuvor hat Geschichten über geschwollene Zehen und Katastrophen wie zu späte Fischlieferanten so amüsant erzählt.

Eat with Hemingway, Javier Muñoz

90 Jahre ist es her, seit „Fiesta“, Ernest Hemingways erster großer Roman veröffentlicht wurde. Zu Ehren des Schriftstellers und dieses Buches, das zu großen Teilen in Spanien spielt, hat der in Pamplona ansässige Journalist Javier Muñoz eine feine Kombination aus Tourismusguide, Biografie und Essen herausgegeben. Gemeinsam mit Spitzenköchen aus den Regionen zeichnet Muñoz eine Landkarte der liebsten Plätze Hemingways in Frankreich und Spanien, die durch Gerichte, Restaurants und Kneipen lebendig wird.

Essen Bücher Buch

Die Häupter meiner Lieben, Ingrid Noll

Maja und Cora gehen durch dick und dünn seit sie 16 sind. Die Liebe trennt die beiden für kurze Zeit: Maja heiratet ihre Urlaubsliebe und zieht aufs Land. Cora hat in der Toskana einen wohlhabenden Bauunternehmer kennen gelernt und residiert in einem Palazzo.

Doch sowohl am Land, als auch in der Toskana wollen die Männer nicht so wie Maja und Cora sich das vorstellen. Auf eine Einladung von Cora reist Maja kurzfristig nach Italien. Dort schmieden sie Pläne, um das Leben mehr nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Ein sehr unterhaltsamer Krimi: Ingrid Noll in Reinform.

… ach, wenn der Winter doch länger dauern könnte …

Nina für Tante Fanny (09.01.2017)