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Kochen mit Köpfchen

Essen & Poesie

Liebe geht durch den Magen und man ist, was man isst. Essen und Worte sind seit jeher ein gutes Paar – ihre Gemeinsamkeit: Emotion. Große Dichter und Köche sind also gar nicht so verschieden – ihre Art sich auszudrücken variiert nur. Und manchmal rührt der eine auch in der Disziplin des anderen um: Das ist dann Nahrung für Seele und Körper.

Essen ist Teil unserer Kultur. Gerüche und Geschmäcker sind Bestandteile unserer Kindheitserinnerungen. Der eine liebt Lakritze, der nächste bekommt beim Anblick von sauren Apfelringen feuchte Augen, weil ihm seine Mutter genau diese immer zum Zeugnis geschenkt hat. Wenn man auch nicht dieselbe Sprache spricht – essen muss jeder. Diese Form des Ausdrucks gilt weltweit.

Oder wie auch das alte Sprichwort meint:
„Der Mann kann kein Herz haben, aber Magen hat jeder.“

Manchmal steht Essen in der Poesie auch als Synonym für andere Dinge, die unser Leben beeinflussen. So wie in dem japanischen Sprichwort: „Atsumono ni korite Namasu wo fuku – Wer sich einmal die Zunge an heißer Suppe verbrannte, pustet, selbst wenn er kalte Speisen isst“. Auch der Hintergrund der Volksweisheit: „Aus einer schönen Schüssel kann man nicht immer gut essen“, trifft in weit mehr Bereichen als nur in der Kulinarik zu. Ebenso ist mit „altem Wein in neuen Schläuchen“ nicht immer der Wein gemeint. Und auch in Japan meint man: „Besser die Gurke, die man hat, als die Aussicht auf einen Kürbis.“

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Poesie zum Muttertag

Essen ist mehr als nur Nahrung zu sich nehmen. Es ist ein gesellschaftliches Ereignis. Neuigkeiten werden geteilt und Geheimnisse gelüftet. Bände geknüpft und anderen eine Freude gemacht. So ist auch ein Muttertagsgedicht von einem feinen Frühstück oder gemeinsamen Essen gekrönt – und so mancher hat daher auch seine ersten Kocherfahrungen genau in diesem Kontext gemacht. Um der Mama an ihrem Feiertag eine Freude zu bereiten.

Pudding mit Klümpchen und versalzenes Kartoffelpüree – all das kann am Muttertag ein Gedicht sein. Weil es mit Liebe zubereitet wurde. Auch unsere Muttertagsrezepte wurden mit viel Liebe kreiert & sind ganz einfach nachzubacken: Egal ob ein Herz aus Blätterteig gefüllt mit Marmelade & Mandeln, Nussherzen mit einem kleinen Schuss Rum oder auch pikante Pizzaherzen mit Frischkäse & Lachs.

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Von Shakespeare bis Victor Hugo

So meinte schon Dichter William Shakespeare nicht umsonst: „Geselliges Vergnügen, munteres Gespräch muss einem Festmahl die Würze geben.“ Beziehungsweise umgekehrt: Auch ein leerer Magen kann sich empfindlich auf unsere Stimmung auswirken. Das dürften auch Philosophen wie Seneca schon am eigenen Leib erlebt haben. Schließlich meinte dieser schon zu Zeiten Christus: „Für unsere innere Freiheit kommt sehr viel darauf an, ob wir unseren Magen in guter Zucht haben, und ob er widerstandsfähig ist auch gegen starke Zumutungen.“ Liebe geht durch den Magen und Wohlbefinden also auch. Die Küche ist ein eigener Kosmos, der sich auf unser gesamtes Leben auswirkt. Nicht nur in der Ernährung, sondern auch in unserer Weltanschauung.

Gut essen kann zur Religion werden, andere sehen immer öfter in der Selbsterhaltung ihren Weg zur persönlichen Freiheit. „Die Küche ist eine Welt, deren Sonne der Kochherd ist.“, meinte schon der französische Lyriker Victor Marie Hugo. Im Sonnensystem herum kreisen Planeten wie Musik, Geselligkeit und eben Poesie. Gemeinsam ergeben sie die Milchstraße der schönen Dinge des Lebens.

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Nina für Tante Fanny (04.05.2017)