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Kochen mit Köpfchen

Ab ins Gewächshaus

Das ganze Jahr frisches Gemüse ernten – mit einem Glashaus geht’s. Welche Sorten wann wachsen und worauf du sonst noch achten musst. Plus: Wie du dein eigenes Treibhaus ganz einfach aus alten Holzfenstern upcycelst.

Ab unters Glas: Gemüse im Gewächshaus anzubauen, bringt jede Menge Vorteile. Die Pflanzen sind vor Regen und Frost geschützt, die Ernte somit üppiger und im Regelfall gesichert und – das macht Gartenfreunden besonders viel Freude – sie lässt sich mit einem Glashaus sogar das ganze Jahr über einfahren. „Durch Regelung verschiedenster Komponenten wie zum Beispiel Lufttemperatur und der Bewässerung ist eine Steuerung des Klimas innerhalb des Gewächshauses möglich. Das heißt die Wachstumsbedingungen der Pflanzen werden somit optimiert“, erklärt Franz Pannagl, Paradeiser-Gärtner aus Wien. Was er zieht, liefert er wie rund 100 andere Familienbetriebe aus Wien und Niederösterreich an die Gärtnergenossenschaft LGV-Frischgemüse. Gewächshaus-Anfängern empfiehlt der Experte zunächst Zucchini und Salat anzubauen. „Die sind unproblematisch im Anbau. Schwieriger wird es bei Paradeisern, Paprika, Gurken – deren Anbau und Pflege sind viel intensiver.“

LGV Gemüse-Bauer Gewächshaus

Was gedeiht im Gewächshaus?

Der Aussaatkalender ist die Bibel jedes erfolgreichen Gewächshaus-Gärtners. Draußen herrscht noch Frost, im Gewächshaus wachsen schon Salat und Radieschen und können im April geerntet werden. Ab Mai ziehen Tomaten, Gurken, Chili, Melanzani, Paprika und Melonen ins Gewächshaus ein. Am Boden ist noch Platz für Basilikum (der mag nämlich wie Chili, Paprika und Tomaten auch keinen Regen), Möhren, Knoblauch, Zwiebeln, Buschbohnen, Erbsen oder Salat. Und im Herbst? Spätestens Anfang September sollten Vogerl- bzw. Feldsalat, Spinat, Mangold, raschwüchsige Radieschen, Endiviensalat, späte Salat- und Kohlrabisorten gesät werden. Ist das Glashaus noch mit Sommergemüse voll, Pflänzchen einfach in Töpfen ziehen und später umsetzen. Tipp: Gemüsereihen ab Spätherbst mit Vlies zudecken, wenn die Temperaturen unter -7 °Celsius sinken. Auch im Oktober können noch Feld-, Pflücksalat, Rucola, Spinat und Radieschen gesät werden, so kann bis in den Dezember hinein geerntet werden. Wer das ganze Jahr über eigene Tomaten und Co. genießen möchte, sollte in ein Heizsystem investieren.

 

Die Abwechslung macht’s

Damit man im Glashaus auch erntet, was man sät, lohnt die Einhaltung einer Fruchtfolge. Der Boden ist sonst ausgelaugt und das Gemüse anfälliger für Krankheiten. Dafür das Treibhaus in unterschiedliche Parzellen einteilen und Gemüsesorten nach dem Rotationsprinzip Jahr für Jahr einen Platz weiterwandern lassen.

Querkochen Glashaus Gemüse

Tipps für erfolgreiche Glashausgärtner

Worauf es abseits von Aussaat-Kalender und Fruchtfolge noch ankommt? Auf den richtigen Standort des Treibhauses. Die Lichtverhältnisse im Laufe des Jahres spielen eine große Rolle, soll das Glashaus doch die Wärme des Sonnenlichts einfangen. Deswegen zur Sonne hin ausrichten. Wer auch im Winter anbauen will: Daran denken, dass die Sonne tiefer steht!
Und bei der Pflege? Neben ausreichend Wasser brauchen die Pflanzen auch frische Luft und eine regelmäßige Schädlingskontrolle. Im Winter muss das Gewächshaus frostsicher gemacht werden.
Ebenfalls wichtig: die richtige Nachbarschaft. Gurken und Tomaten sollten nie zu nahe beieinanderstehen. Während es Gurken gerne feucht haben, mögen es Tomaten lieber trocken. Deswegen nebeneinander pflanzen, was zusammengehört und Paprika, Kohl, Kohlrabi, Lauch oder Zucchini neben die Paradeiser setzen.
Und last but not least: Pflanzen brauchen Platz um zu gedeihen. Also nicht zu eng setzen, im Zweifelsfall lieber mehr Platz lassen – so ist nicht nur der Ertrag höher, die Gemüsepflanzen sind auch resistenter gegen Krankheiten.

Querkochen DIY-Gewächshaus

DIY: Glashaus selber bauen

Wer Glashausluft schnuppern möchte, ist mit einem einfachen Foliengewächshaus gut beraten. Das ist perfekt um Erfahrungen zu sammeln, ohne dafür viel Geld ausgeben zu müssen. Oder: Du machst dir dein Glashaus, wie es dir gefällt und baust es selbst. Wie? Aus alten Fenstern. Und das brauchst du dafür:

Alte Fenster mit Holzrahmen – besser zu viele als zu wenig
Eine alte Tür
Holzbalken
Schrauben, Werkzeug (Akkuschrauber!)
Schaufel
Plastik-Wellplatten fürs Dach

Los geht’s:

  1. Mit der Trockenübung beginnen und zuallererst aus den vorhandenen Fenstern auf dem Boden zwei ungefähr gleich große Seitenwände zusammenpuzzeln. Ein paar Zentimeter Unterschied machen gar nichts.
  2. Holzbalken mit Schrauben so zusammenbauen, dass sie den Rahmen für die zwei vorher zusammengewürfelten Fenster-Seitenwände bieten. Mit Zwischen- und Querbalken arbeiten – jedes Fenster sollte von einem Holzgestell umgeben sein, an dem es später festgeschraubt werden kann. Damit die beiden Rahmen anschließend in den Boden versenkt werden können, müssen die Balken unten 20 Zentimeter länger sein.
  3. Vier Löcher für die Pfosten graben, die beiden Rahmen hineinstellen und wieder zuschütten – die Seitenteile müssen stabil stehen. Tipp: Sicheren Halt ohne betonieren zu müssen bieten Einschlagbodenhülsen aus Metall.
  4. Zwischen den zwei stehenden Wänden jeweils unten und oben einen Querbalken anbringen.
  5. Jetzt die restlichen Fenster in die Querwände einbauen. Platz für die Tür lassen! Am besten wieder vorher am Boden zusammenpuzzeln.
  6. Die Fenster mit dem Akkuschrauber an den Rahmen befestigen. Angeln für die Tür anbringen und einhängen.
  7. Wellblechplatten am Dach anbringen. Einen geringen Winkel einbauen, damit der Regen abfließen kann.
  8. Etwaige Ritzen zwischen den Fenstern mit Abdichtmasse versiegeln. Fertig!