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Kochen mit Köpfchen

Andere Länder, andere Speisen – 5 Teiggerichte aus aller Welt

Ab in den Urlaub! Wir fahren nicht nur weg, um zu baden, uns zu sonnen und die Seele baumeln zu lassen, sondern auch, um uns nach Herzenslust durch die landestypische Küche zu schmausen. Doch woher kommen eigentlich Teiggerichte wie Pasta, Apfelstrudel, dänisches Gebäck und Co.?

Pasta – chinesisches Grundnahrungsmittel

Pasta. Alles klar. Dann geht’s zu Beginn der kulinarischen Rundreise wohl gleich einmal nach Italien. Oder? Nein, weit gefehlt. Nudeln kommen ursprünglich nämlich nicht aus dem Land von Pizza, Pasta und Pesto, sondern aus China. Archäologen fanden die ältesten Nudelrelikte im Land der Mitte. Die fossilen Spaghetti sind ganze 4.000 Jahre alt – die Chinesen haben die Teigwaren also schon in der Jungsteinzeit verdrückt. Allerdings: Die Urnudeln waren nicht aus dem uns bekannten Hartweizengries, sondern aus Hirse. Trotz chinesischer Wurzeln, sind Nudeln heute allerdings nirgendwo sonst beliebter als in Italien. Kein anderes Volk isst so viel dieser Teiggerichte: Sagenhafte 28 Kilo Nudeln pro Kopf und Jahr. Zum Vergleich: Venezuela folgt in der Statistik auf Platz zwei, mit immerhin noch 12,7 Kilo pro Nase. Noch ein Detail am Rande: Es soll über 350 erfasste Sorten geben (wobei die Dunkelziffer wohl um ein vielfaches höher ist).

 

Pizza – italienischer Klassiker

Die Pizza ist ein echter kulinarischer Superstar und kommt ganz schön rum – kaum ein anderes Gericht ist weltweit so bekannt und beliebt wie das flache, runde Hefeteiggebäck. Extrem wandelbar in Sachen Belag bleibt doch die Dreifaltigkeit immer gleich: Tomatensauce, Oregano, Käse – die Grundzutaten in den Farben der italienischen Flagge, der Tricolore. Anders als bei der Pasta, die ja aus China stammt, kommt die Pizza wirklich aus Italien. Wer also ein Original verschmausen möchte, sollte nach Neapel düsen. Dort wurde der Überlieferung nach die Pizza erfunden. Dafür spricht auch, dass sich in der Stadt am Fuße des Vesuvs die älteste Pizzeria Italiens befindet: Die Antica Pizzeria d’Alba existiert seit dem Jahr 1830. Zur originalen Pizza noch ein Glas Pinot Grigio. Buon Appetito.

 

Flammkuchen – französisch & mit Suchtfaktor

Von Italien geht’s für die nächste kulinarische Köstlichkeit ins französische Elsass. Die Region ist unter anderem für seine idyllischen Dörfer, seine abwechslungsreiche Landschaft und feinen Weinstuben und Gasthöfe bekannt. Und: Dort ist auch der Flammkuchen daheim. Ein dünn ausgerollter Brotteig, traditionell mit Speck, Zwiebeln und einer mit Salz und Pfeffer gewürzten Sauerrahmcreme belegt, der sehr heiß gebacken wird – so wird die Spezialität knusprig-kross. Frisch und heiß schmeckt der Klassiker am besten. Traditionell servieren die Elsässer ihren Flammkuchen in Stücke geschnitten auf einem Holzbrett, das in die Mitte des Tisches gestellt wird. Dazu wird gerne ein Riesling aus der Region kredenzt. Verspeist wird der Flammekueche, wie die Locals ihn nennen, mit der Hand. Das Originalrezept darf übrigens auch gerne abgewandelt werden – so gibt’s mittlerweile überall auf der Welt unzählige Flammkuchen-Variationen. Im südafrikanischen Kapstadt etwa wird er auf dem Foodmarket in Woodstock mit Lachs und Rucola serviert. Zum Reinbeißen!

Dänisches Gebäck – Wiener Handwerkskunst

Backen können sie, die Dänen. Und gelernt haben sie es von den Wienern. Das dänische Wienerbrød aus Blätterteig – im deutschsprachigen Raum Kopenhagener oder Plunder genannt, im englischsprachigen Danish – erweitert definitiv den geschmacklichen Horizont. Egal, ob Zimtschnecke oder Spandauer mit Vanillecreme: Jedes der süßen Plunderteigstücke besteht aus 27 Margarinelagen. Einzige Ausnahme bildet das Croissant, hier sind es nur 16.
Seinen Ursprung hat das dänische Nationalgebäck in Wien. Dazu etwas Geschichte: Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zum Streik unter den dänischen Bäckergesellen, das dringend benötigte Fachpersonal fand man in Wien. Die Wiener Bäcker waren geschickt in der Herstellung von Plunderteig und die Dänen verrückt nach der süßen Versuchung. Das Wiener Gebäck kam sogar so gut an, dass die Dänen es auch nach Streikende weiter produzierten, wobei sie das Rezept weiterentwickelten. Verfeinert wird das Wienerbrød kreativ: mit Früchten, Vanillecreme, Schokolade, Nüssen oder Marmelade, manchmal auch mit Zuckerguss.

 

Strudel – türkisches Vermächtnis

Ein warmer Apfelstrudel mit Bröseln, Zimt, Zucker, etwas Zitrone und Rosinen. Dazu Zwetschkenröster, kaltes Vanilleeis oder warme Vanillesauce. Für ihren legendären Apfelstrudel sind die Österreicher auch in aller Welt bekannt. Also: Österreichischer geht’s wohl kaum. Denkste! Eine Legende besagt, dass die neben dem Kaiserschmarrn wohl weitverbreitetste österreichische Süßspeise vom türkischen Baklava abstammt, ein mit Zuckersirup getränkter Filo- oder Blätterteig, der mit Mandeln, Walnüssen oder Pistazien gefüllt wird. Höchstwahrscheinlich gelangte das Baklava nach der Eroberung von Byzanz im Jahr 1453 als Teil der Marschverpflegung der Soldaten bis nach Wien. Das älteste überlieferte Strudelrezept stammt übrigens aus dem Jahr 1696. All jene, die es gerne nachbacken möchten, finden den kulinarischen Schatz in der Wiener Stadtbibliothek. Oder etwas einfacher findet ihr das Rezept für den Altwiener Apfelstrudel hier.

5 Teiggerichte aus aller Welt - Flammkuchen -Querkochen

Elisabeth für Tante Fanny (4.8.2017)